Dr. Andreas Leo Faulstich © 09.12.2010 . . . 12.08.2005
Das kostenlose Skript rsyncBackup.vbs ist eine geniale Backup-Lösung: Ich sichere damit meine Daten abwechselnd auf eine externe Festplatte und auf einen Flash-Speicher (USB-Stick mit Micro-SDHC-Speicherkarte).
Auf jedes Backup kann ich mit Windows so einfach wie auf eine komplette Datenkopie zugreifen. Das Backup ist aber um ein vielfaches schneller und nimmt viel weniger Platz weg als eine Vollbackup-Kopie: Nur soviel, wie ein Änderungs-Backup. Mein Test: SEHR GUT.
Ich kann jederzeit auf jede Datei im Backup zugreifen und auch auf Ordner oder alle Dateien von jedem Backup-Zeitpunkt gemeinsam, obwohl jeweils nur die geänderten Dateien gespeichert werden.
Ich habe so schon mehrfach wieder einzelne Dateien wiederhergestellt und einmal mehrere Ordner. Ohne Restore-Prozedur konnte ich auf dem Backup-Datenträger Dateien aus mehreren Backups öffnen, um den letzten Zeitpunkt mit korrekten Daten zu finden.
Weil diese Backups schnell und unkompliziert sind, sichere ich meine Daten auch wirklich mehrmals pro Woche.
rsyncBackup.vbs wurde von Karsten Violka in der Computerzeitschrift c't (2006, Heft 9, S.126-129) veröffentlicht.
Beispiel: Auf Ihrer Festplatte befinden sich etwa 10GB Daten. Per Tastendruck machen Sie täglich ein rsync-Backup auf eine externe 100GB Festplatte. Das erste Backup dauert eine Weile, die anderen brauchen ein paar Minuten und laufen im Hintergund während Sie weiterarbeiten, ohne die Computerleistung merklich zu belasten.
Nach zwei Monaten sehen Sie auf Ihrer externen 100GB großen Backup-Festplatte 60 Voll-Backups a 10GB und es sind insgesamt nur 20 GB der Festplatte belegt. Sie schauen genauer hin: Jedes der Backups enthält wirklich ALLE zum jeweiligen Zeitpunkt vorhandenen Dateien! Auf alle Dateien können Sie ganz normal mit Windows zugreifen.
Jedes Backup erscheint in einem gesonderten Ordner als Vollbackup. Dabei werden Dateien, die sich nicht verändert haben über spezielle Hardlink- Verknüpfungen mehrfach genutzt.
Wenn Sie einige der vielen Vollbackups löschen, sorgt Windows automatisch dafür, dass die anderen Backups vollständig bleiben. Der Anwender braucht sich nicht um die Dateiverwaltung zu kümmern. Hard Links erzeugen Referenzen auf Dateien. Eine Datei wird erst endgültig entfernt, wenn die letzte vorhandene Referenz auf die Datei gelöscht wurde.
Alle Backups bleiben übersichtlich wie die Originale, weil sie wie Vollbackups erscheinen. Sie finden in jedem Backup alle Dateien an der gewohnten Stelle. Deshalb ist im Ernstfall auch das Rücküberspielen der Daten ein Kinderspiel: Notfalls kopieren Sie einfach das letzte Backup komplett.
Sie brauchen kein spezielles Programm, um die Backups zu lesen. Sie können die Festplatte einfach mitnehmen und an einen anderen Windows oder Linux-Computer anschließen.
Karsten Violka: »Keine Zeit fürs Backup?
Das vorgestellte Windows-Skript
hält mit der Werkzeug rsync vollautomatisch Schnappschüsse Ihrer Dateien fest,
ohne dass Sie die Arbeit unterbrechen müssen.
rsync kopiert bei jedem Lauf inkrementell nur die geänderten Dateien.
Dank Hard-Links erscheint auf dem Ziellaufwerk aber jede Sicherung als Vollbackup.
«
(Computerzeitschrift c't, 2006, Heft 9, S.126)
Die rsync-Freeware ist nur sinnvoll einsetzbar, wenn die Zielfestplatte mit dem NTFS-Dateisystem (Windows NT, 2000, XP, Vista) formatiert ist, weil unter Windows nur im NTFS-Dateisystem Hardlinks verfügbar sind. Auf einem FAT-Dateisystem würde rsync jedes Mal ein echtes Vollbackup erzeugen, was viel Zeit und Platz kosten würde.
Die Information über das Dateisystem finden Sie im Kontextmenü der Festplatte: [rechte Maustaste] auf den Festplattenbuchstaben > [Eigenschaften] > Registerkarte [Allgemein]: Eintrag zu [Dateisystem].
Wenn Sie eine freie Festplatte haben, zum Beispiel eine extere Festplatte, können Sie diese mit NTFS formatieren. Aber Vorsicht: Beim Formatieren gehen alle auf dieser Platte gespeicherte Informationen verloren: [rechte Maustatste] auf Festplattenbuchstaben > [Formatieren]: Eintrag [Dateisystem] auf "NTFS" einstellen und mit [Starten] bestätigen.
Eine NTFS-Partition für rsync-Backups können Sie sich auch mit TrueCrypt erzeugen. Siehe mein Artikel über TrueCrypt. Truecrypt kann sogar innerhalb einer Datei auf einer FAT-Partition eine verschlüsselte NTFS-Partition anlegen.
Legen Sie diese zu rsyncBackup gehörenden Dateien in einen Ordner:
Im Visual-Basic-Skript rsyncBackup.vbs müssen Sie das Quell- und das Zielverzeichnis Ihrer Backups manuell zu Ihrem System passend ändern. Dazu öffnen Sie das Skript mit einem Editor. Das Skript ist kommentiert, so dass man die zu ändernden Stellen leicht findet.
Die folgenden Computerkenntnisse sind erforderlich: Umgang mit: Dateien und Ordnern, Windows-Explorer, Textverarbeitung, Pfadschreibweise.
Für unterschiedliche Backups (Daten, Fotos, Musik) habe ich mir jeweils passend benannte .vbs-Skripte und .bat-Batchdateien angelegt. So kann ich die Daten täglich schnell sichern und den Rest nur gelegentlich. Damit ich die Batch-Dateien einfacher starten kann, habe ich mir jeweils einen Link im Windows-Startmenü erzeugt.
In einigen Programmen sollten Sie das Laufwerk oder die Ordner, in denen die Backups landen, von der Bearbeitung ausschließen. Und zwar in allen Programmen, die Festplatteninhalte, durchsuchen oder untersuchen oder einen Index bilden: Antivirus, Index-bildende Programme, Datei-suchende Programme, Backup-Programme.
Diese Programme würden jedes Backup vollständig bearbeiten, wodurch sich der Zeitbedarf schnell vervielfacht. Zum Beispiel würde ein Dateisuchprogramm alle Voll-Backups einzeln durchsuchen und dann die gesuchte Datei in allen Backups anzeigen. Und das dauert.
Falls Sie sehr vorsichtig sind, können Sie mit dem Antivirusprogramm das jeweils letzte Backup untersuchen lassen.
Passen Sie auf, dass Sie nie im Backup gesicherte Dateien bearbeiten. Sonst verlieren Sie bald den Überblick, welche Dateien aktuelle Orginale sind und welche Dateien Backups.
Zusätzliche Informationen finden Sie in dem c't-Artikel von Karsten Violka ("Fix verknüpft", c't, 2006, Heft 9, S.126-129). Das Heft der Zeitschrift c't finden Sie in guten Bibliotheken oder Sie können es nachbestellen oder den Heise-Kopierservice für Einzelartikel nutzen. Eine aktuelle Ausgabe der sehr empfehlenswerten Computerzeitschrift c't finden Sie (fast) an jedem Kiosk: Computer-Experten lesen c't.
Es ist schwer, Wissen zu gewinnen, aber leicht, es zu verlieren.
David Eagleman
http://alfafox.info © 12.08.2005 Andreas Leo Faulstich
Nach bestem Wissen und Gewissen, aber ohne Gewährleistung.

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